Ventile

Das Ventil sitzt in einem "Metallrohr", dessen Länge immer passend zur Profilhöhe der Felge gekauft werden sollte.
Es gibt drei Grundtypen von Fahrradventilen:

  • Das Dunlopventil (DV)
  • Das Schrader-Ventil (AV)
  • Das Sclaverandventil (SV)

 

Das Dunlopventil (DV)

(Auch deutsches Ventil oder einfach Fahrradventil genannt)
Mit diesem Ventil bekommt man es in seinem Leben garantiert als erstes zu tun. Es wird oft verbaut in Schläuchen für Fahrradanhänger, Dreiräder und Kinderfahrräder.
Benannt wurde es nach dem Erfinder John Boyd Dunlop, dem Gründer des gleichnamigen Reifenherstellers.
Das Ventil steckt einen einem kleinen Rohr und ist mit einer Überwurfmutter gesichert. Zum Luft ablassen muss die Überwurfmutter gelöst werden.
Diese Ventilart besteht aus einem Rohr, dass im unteren Bereich zwei Löcher aufweist. Über diese Löcher ist ein Gummischlauch gezogen. Pumpt man Luft ein, wird der Gummischlauch geweitet und die Luft kann eindringen. Hört man auf zu pumpen, verschließt der Schlauch die Löcher von innen. So kann keine Luft entweichen.
Aus diesem Grund ist bei dieser Ventilart der Luftdruck im Inneren nicht messbar.

Erhältlich ist mittlerweile auch eine andere Version des DV. Diese verfügt nicht über zwei Löcher und einen Schlauch, sondern über eine Kugel oder einen Zylinder zur Sicherung. Hier lässt sich die Luft mit deutlich weniger Kraftaufwand in den Schlauch pumpen.

In der Regel ist dieses Ventil für einen maximalen Druck von 6 Bar ausgelegt.
Die Felgenbohrung (Durchmesser) beträgt 8,5mm.

Das Schrader-Ventil (AV)

Diese Ventilart ist besser bekannt als "Autoventil". Es wurde ca. im Jahr 1891 von August Schrader erfunden.
Beim Aufstecken des Pumpenkopfes oder eines Manometers wird im Ventil ein Stift heruntergedrückt, der es öffnet. So wird das Messen des Drucks im Reifen ermöglicht. Handpumpen für Autoventile benötigen deshalb ein Rückschlagventil im Pumpenkopf.

Mit einer speziellen Ventilkappe, die auf der Oberseite eine Schraubfassung für Ventileinsätze besitzt und dazu umgekehrt aufgesetzt werden muss (sog. Schlüsselventilkappe), lassen sich die Ventileinsätze von Schraderventilen ein- und ausbauen. Schlüsselventilkappen müssen zumeist separat erworben werden.

Ein großer Vorteil dieser Ventilart ist es, dass man praktisch an jeder Tankstelle Luft nachfüllen und/oder den Druck kontrollieren kann.
Diese Ventile sind für maximal 10 bar ausgelegt und haben ebenfalls einen Durchmesser von 8,5mm.

Sclaverandventil (SV)

Das Sclaverandventil wurde von dem Franzosen Etienne Sclaverand erfunden und wird deshalb auch meist Französisches Ventil genannt. Es ist auch unter der Bezeichnung "Rennradventil" bekannt.
Es besteht aus einer Gewindestange, die mit einer Feder versehen ist und einer Rändelmutter. Will man Luft einpumpen, muss die Rändelmutter gelöst werden. Der Druck der Luft muss hier nur gegen die Feder und den Innendruck arbeiten, was den Pumpvorgang deutlich erleichtert.
Je höher der im Schlauch herrschende Druck ist, desto fester wird das Ventil verschlossen. Dies und die Tatsache, dass für das SV nur eine schmale Bohrung im Felgenbett (6.5 mm) erforderlich ist, machen es gerade für Bereiche mit hohen Anforderungen (z.B. der Rennradbereich) interessant.
Bei der Montage von Schläuchen mit SV-Ventilen unbedingt auf den richtigen Lochdurchmesser in der Felge achten! Im Bedarfsfall gibt es Adapter für Felgen mit 8,5mm Ventildurchmesser - Andernfalls droht ein Ventilabriss oder eine Beschädigung des Schlauches!!!

Alle Ventile benötigen eine Felgenmutter

Die Felgenmutter fixiert das Ventil in der Felge. Manch einer hält sie für überflüssig. In der Tag kann man auch sehr gut ohne Felgenmutter Rad fahren. Hilfreich ist sie beim Ansetzen der Luftpumpe. Besonders bei geringem Luftdruck verschwindet das Ventil sonst gerne in der Felge.
In manchen Felgen gibt es Klappergeräusche wenn das Ventil nicht fixiert ist. Die Felgenmutter muss nur ganz leicht mit der Hand angedreht werden.
Auf keinen Fall sollte die Felgenmutter mit einer Zange angezogen werden. Das kann zu Beschädigungen am Schlauch oder sogar zu Ventilabrissen führen.

Ventilabrisse

Ein Ventilabriss kann z.B. entstehen, wenn das Ventil unter Spannung eingebaut wurde. Eine andere häufige Ursache ist der Einbau von Schläuchen  mit Sclaverand-Ventilen in Felgen mit größeren Ventilbohrungen. Die Metallkante der Bohrung kann dann den Ventilschaft vom Schlauch abtrennen.
Vorsicht: Es gibt leider auch Felgen, die auf der Außenseite die korrekte Bohrung von 6,5 mm haben, aber auf der Innenseite, wo das Problem entsteht, eine größere Bohrung von 8,5 mm. Eine zu stark angezogenen Felgenmutter verstärkt die Problematik deutlich. Die Funktion der  Felgenmutter liegt ausschließlich darin, dass Ventil beim Pumpen zu arretieren.
Sehr häufig kommen Ventilabrisse bei Mountainbikes vor. Durch die immer besseren Bremsen und die geringeren Luftdrücke rutschen die Reifen beim Bremsen oft auf der Felge. Der Schlauch „wandert" mit und dabei kann das Ventil abreissen.

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