Der richtige Luftdruck

Fahren mit zu geringem Luftdruck ist der vermutlich am häufigsten auftretende Fehler im Umgang mit dem Fahrrad.
Das liegt wohl zum Teil daran, dass man mit "normalen" Handpumpen den Luftdruck nicht ablesen kann. Diese Pumpen eignen sich eigentlich nur für Unterwegs als Notpumpe.
Eine gute Investition ist die Anschaffung einer guten Standpumpe mit Manometer, um den Luftdruck genau überprüfen und einstellen zu können.

 

Zu geringer Luftdruck bedeutet

  • Gefahr für das Laufrad  
  • zusätzlicher Kraftaufwand beim Fahren
  • unsicheres Fahrverhalten
  • vorzeitiger Verschleiß von Schlauch und Decke
  • die "Seitenwand" wird beim Fahren ständig "gewalkt"

Durchschläge von Bordsteinen oder Wurzeln bis auf die Felge, im Fachjargon als “Snake Bite” bezeichnet, sind eine mögliche Folge von zu geringem Luftdruck.

Der richtige Reifendruck ist also wichtig , doch beim Vergleich zwischen Fahrrad- und Autoreifen gibt es einen interessanten Unterschied: Der Luftdruck beim Autoreifen beträgt etwa 2,5 bar, und beim schmalen Fahrradreifen ist er viel höher; bei Rennrädern sogar 9 bar! Je größer der Reifen umso kleiner der Druck – Warum?
Druck entsteht durch bewegte Luftteilchen. Sie prallen ständig gegen die Schlauchwand. Je größer die Oberfläche, umso mehr Teilchen stoßen an und umso größer wird ihre resultierende Kraft. Aufgrund der größeren Oberflläche wirkt auf den Autoschlauch also eine weit größere Kraft die den Autoschlauch zerstört - der Fahrradschlauch bleibt ganz!
Je größer der Reifen ist, umso geringer muss der Luftdruck sein.

Der empfohlene Reifendruck des Herstellers ist in der Regel auf der Reifenflanke in bar oder psi aufgedruckt und sollte unbedingt eingehalten werden.

Einen Anhaltspunkt für den richtigen Luftdruck hat der Reifenhersteller Schwalbe veröffentlicht (für einen Biker mit 75kg Eigengewicht):

Reifenbreite (mm)
Druck in bar
Druck in psi
20  9,0  130
23  8,0  115
25  7,0  100
28  6,0  85
30  5,5  80
32  5,0  70
35  4,5  65
37  4,5  65
40  4,0  55
42  4,0  55
44  3,5  50
47  3,5  50
50  3,0  45
54  2,5  35
57  2,2  32
60  2,0  30

Die Größen von Fahrradreifen werden heute nach der Europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) bezeichnet.
In der Praxis werden aber auch noch die älteren, englischen und französischen Bezeichnungen verwendet.
Die ETRTO Größenbezeichnung (z.B. 37-622) gibt die Breite (37 mm) und den Innendurchmesser des Reifens (622 mm) an. Diese Bezeichnung ist
eindeutig und erlaubt auch eine klare Zuordnung zur Felgengröße.

Aber Achtung: Auch Laufräder haben eine maximale Druckangabe, die unbedingt eingehalten werden muss!

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